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Jede Rechnung ist der Steuerbehörde einzeln zu melden

Neue MWST-Meldepflicht in Ungarn: Jede Rechnung ist der Steuerbehörde einzeln zu melden

 

 

Alle Rechnungen, die an einen inländischen Steuerpflichtigen ausgestellt werden, unterliegen der Meldepflicht gegenüber der ungarischen Steuerbehörde NAV mit Wirkung vom 1. Juli 2020. Diese Regel gilt für Rechnungen, die mit einer ungarischen Mehrwertsteuernummer für eine inländische Leistung (ausgenommen innergemeinschaftliche Lieferungen) ausgestellt werden.

 

Die Meldepflicht besteht neu auch für alle eingehenden ungarischen Lieferantenrechnungen für Waren oder Dienstleistungen sowie für Vorauszahlungen. Der Mehrwertsteuerinhalt dieser Rechnungen ist der Steuerbehörde einzeln zu melden, wenn die in diesen Rechnungen enthaltene Mehrwertsteuer in einem bestimmten Steuerveranlagungszeitraum in Abzug gestellt wird. Das System funktioniert also in beide Richtungen und ermöglicht es der Steuerbehörde, den Mehrwertsteuerinhalt von allen Rechnungen zwischen Lieferanten und Kunden lückenlos abzugleichen.

 

Weitere Meldepflichten ab 1. Januar 2021

 

Die Meldepflicht für Rechnungen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2021 auf alle mit einer ungarischen Mehrwertsteuernummer ausgestellten Rechnungen ausgedehnt. Die Informationspflicht umfasst somit auch Rechnungen für Privatpersonen sowie Rechnungen für innergemeinschaftliche Lieferungen und Exportleistungen. Von dieser Regel ist die Lieferung von Waren oder Dienstleistungen im Fernabsatz ausgenommen, wenn der Ort der Leistung sich in einem anderen EU-Mitgliedstaat befindet, d.h. bei Online-Shops im mehrwertsteuerrechtlichen One-Stop-Shop System.

 

Elektronische oder papierbasierte Rechnungen

 

Die neuen Regeln für die Meldung der Mehrwertsteuer gelten nicht nur für ungarische Unternehmen, sondern auch für ausländische Firmen, die gelegentlich mit ihrer ungarischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Rechnungen ausstellen. Die meisten Firmen generieren ihre Rechnungen aus ihrem ERP oder einer separaten Rechnungssoftware. In Bezug auf diese Rechnungen sieht das Gesetz ausdrücklich vor, dass die Berichterstattung elektronisch und gleichzeitig mit der Ausstellung der Rechnung erfolgen muss.

 

Rechnungen können in Ungarn auch auf speziell vornummerierten Rechnungsblöcken, d.h. auf Papierbasis, ausgestellt werden. Papierrechnungen sind der Steuerbehörde auf einer zu diesem Zweck gewidmeten Internetplattform zu melden, wobei diese Lösung im Allgemeinen nur von kleinen Unternehmen verwendet wird. Laut aktuellen Umfragen benutzen immer noch überraschende 60 Prozent aller Unternehmen in Ungarn vornummerierte, papierbasierte Rechnungsblöcke. Im Zusammenhang mit dem neuen, erhöhten Verwaltungsaufwand mit Papierrechnungen erwartet die Steuerbehörde einen Anstieg des Einsatzes von Rechnungssoftware auch bei kleineren Unternehmen.

 

Sanktionsfreiheit während der Übergangsfrist

 

Die Steuerbehörde NAV hat Steuerpflichtigen, die zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 30. September 2020 ihren Rechnungsmeldepflichten nicht vollständig nachkommen, Sanktionsfreiheit gewährt. Diese gilt jedoch nur für die Nichtmeldung einzelner Rechnungen mit einem Mehrwertsteuerinhalt von unter HUF 100.000. Die Übergangsfrist wurde Unternehmen und IT-Entwicklern als Gelegenheit zur Erfüllung der Meldepflicht bis spätestens 30. September 2020 geboten.

 

Softwarelösungen für die Meldung von Rechnungen

 

Die Meldung von Rechnungen bedeutet den meisten in Ungarn tätigen internationalen Unternehmen keine Schwierigkeiten, da die meisten von ihnen standardisierte Rechnungssoftware verwenden, die vom Hersteller regelmäßig aktualisiert wird. Die neue Meldepflicht kann jedoch für ausländische Unternehmen, die nur gelegentlich mit ungarischer Mehrwertsteuer fakturieren, einige Herausforderungen darstellen. Gleiches gilt für inländische Firmen, die ausländische oder individuelle Softwarelösungen verwenden.

 

In solchen Fällen kann sich eine individuelle Softwareentwicklung, die den komplexen Datenanforderungen der ungarischen Steuerbehörde zu entsprechen hat, als ziemlich mühsam erweisen. Der Kauf eines vorgefertigten Plugins zur Übertragung der Daten von der ausländischen Rechnungssoftware an die ungarische Steuerbehörde ist oft die praktikablere Lösung. Auch im letzteren Fall steht dem ausländischen Unternehmen noch einiges an Softwareentwicklung bevor. Dies umfasst die Erfüllung der ungarischen Spezifikationen für Rechnungsdaten sowie die Erstellung der API-Oberfläche und der XML-Datenkommunikation. Für SAP stehen fertige SAP-Plugins für rechtskonforme Meldungen zur Verfügung.

 

Unternehmen, die keine große Anzahl von Rechnungen ausstellen, sind manchmal besser bedient, wenn sie mit einer einfacheren Datenübertragungslösung zu einer bereits vorhandenen kommerziellen ungarischen Rechnungssoftware arbeiten.

 

Bei Fragen zu Lösungen für die Rechnungsmeldepflicht zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren!

 

 

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